Arbeiten über Grenzen hinweg

Anna David & Lauriane Wolf. Credits: Nathalie Schnabel
Anna David & Lauriane Wolf. Credits: Nathalie Schnabel

Während 10 Monaten hat sich Anna David, deutsch-französische Volontärin des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW), der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Universitätsbereich gewidmet. Bei Eucor – The European Campus lebt sie die europäische Idee – mit viel Enthusiasmus. Dennoch gab es auch viele Herausforderungen bei der trinationalen Zusammenarbeit.

Am 23. Juni verlässt die Hamburgerin Anna David die Université de Strasbourg mit Wehmut, aber mit einem guten Gefühl. Seit nunmehr zehn Monaten hat die junge deutsche Studentin im Rahmen ihres Volontariats des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) im Hochschulbereich für Eucor – The European Campus und für den Espace avenir der Université de Strasbourg gearbeitet.

Dabei hatte sie eine Mission, die ihr besonders am Herzen lag: die grenzüberschreitende Mobilität für Studierende bekannter zu machen und zu bewerben, damit diese ihre Ausbildung im Ausland ergänzen oder dort auch ein Praktikum machen können. „Ich bin häufig in Vorlesungen gegangen und habe dort die Möglichkeiten für Studierende in den Universitäten in Deutschland, der Schweiz sowie im Oberrhein-Gebiet vorgestellt. Dabei habe ich auch die verschiedenen Finanzierungshilfen präsentiert. Diese Vorstellungen und Begegnungen mit den Studierenden verliefen stets sehr gut – da ich auch Studentin bin, haben alle ganz offen Fragen gestellt. Im Espace avenir habe ich gemeinsam mit meiner Tutorin Agnès Bousset, Beauftragte für die deutsch-französische berufliche Eingliederung, Studierenden dabei unterstützt, in Deutschland ein Praktikum oder ihre erste Arbeitsstelle zu finden.“

Mit Enthusiasmus für die Trinationalität
Darüber hinaus hat sich Anna intensiv bei dem Studierendenrat von Eucor – The European Campus eingebracht. „Gemeinsam mit dem Präsidenten des Studierendenrates, Calin Sas, sind wir zu den verschiedenen Universitäten gefahren, um dort Delegierte für die Zusammensetzung eines Studierendenrates zu rekrutieren. Das Ergebnis: Wir haben nun zwei Delegierte in Straßburg, zwei in Karlsruhe, zwei in Freiburg und zwei in Basel, die erstmalig am 12. Mai zu einer Generalversammlung in Straßburg zusammengekommen sind“, erzählt Anna. Gemeinsam mit dem Studierendenrat und Lauriane Wolf, deutsch-französische Volontärin des DFJW am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und ebenfalls aktiv für den Verbund Eucor – The European Campus, hat sie das Eucor Festival organisiert.

Dieses fand am 10. Juni zum Abschluss des 20. Jubiläums der Tour Eucor auf dem Campus des KIT in Karlsruhe statt. Dabei war für jeden Musikgeschmack etwas dabei – sieben Bands aus dem Bereich Rock, Indie Rock, Jazz, Folk und Punk heizten den Besuchern auf dem Rotzen Platz ordentlich ein. „Wir haben die studentischen Bands aus den fünf Universitäten von Eucor – The European Campus organisiert, wir mussten die Finanzierung klären, den Transport und die Foodtrucks organisieren, uns um die Kommunikation kümmern… An dieser Stelle habe ich auch die Schwierigkeiten der grenzüberschreitenden Arbeit kennengelernt, die unterschiedlichen Arbeitsweisen, die Gesetze und Regeln, die sich von Land zu Land unterscheiden. Es ist wirklich nicht einfach in einem trinationalen Kontext alle Details und Unterschiede zu berücksichtigen. Und doch speist sich die Begeisterung für ein solch konkretes Projekt wie das Eucor Festival genau aus dieser bereichernden Komplexität.“

Man braucht einen langen Atem
Zum Wintersemester wird Anna zu einer anderen französischen Universität weiterziehen – die in Rennes, wo sie bereits ein Jahr als Erasmus-Studentin verbracht hat und wo sie nun mit einem Master in Soziologie beginnen wird. Aus ihrer zehnmonatigen Erfahrung im Volontariat hat sie einiges mitgenommen: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Projekte vorankommen und realisiert werden. Eucor – The European Campus ist eines der Leuchtturmprojekte der Université de Strasbourg.“ Deswegen richtet sie einen Appell an Lehrende und Studierende: „Nutzen Sie es und profitiert davon!“
Dennoch weiß Anna auch um die Komplexität. „Es ist nicht einfach die Studierenden in diesem Kontext anzusprechen. Dafür braucht man einen langen Atem.“ Um die Studierenden zu erreichen, wird ein neuer Flyer von Eucor – The European Campus, der von Anna und ihrer zweiten Tutorin Aurelle Garnier, Koordinatorin von Eucor – The European Campus an der Université de Strasbourg, dem Willkommenspaket für Studierende künftig beigelegt.

Bevor Anna weiter in den Norden zieht, findet sie noch schwärmerische Worte für Straßburg: „Es ist eine große Stadt – ohne den Stress einer Großstadt. Hier sind die Menschen entspannt. Besonders gut hat mir die Vielfalt gefallen – und die Möglichkeit, vieles mit dem Fahrrad zu erreichen. Außerdem mochte ich besonders den Straßburger ‚Europtimismus‘. Den finde ich wirklich cool.“ Und mit einem kleinen deutschen Akzent in ihrem tadellosen Französisch: „Es war wunderbar!“ À bientôt, Anna!

Jean de Miscault

Wann?

Donnerstag, 22. Juni 2017 - 9:00