Herausforderungen regionaler Aussenpolitik im Zeitalter der Globalisierung: Die Republik Türkei, Saudi-Arabien und die Islamische Republik Iran als Regionalmächte in der MENA-Region

Credits: Prof. Dr. Maurus Reinkowski
Credits: Prof. Dr. Maurus Reinkowski

Herbstsemester 2017 / Wintersemester 2017-8

Das mit dem Eucor-Label ausgezeichnete Seminar Herausforderungen regionaler Aussenpolitik im Zeitalter der Globalisierung wurde gemeinsam durchgeführt von Prof. Dr. Tim Epkenhans (Orientalisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.) und Prof. Dr. Maurus Reinkowski (Seminar für Nahoststudien, Universität Basel). Dank einer grosszügigen Förderung im Rahmen des Programms European Campus - GRACE Innovation Grant: Internationalization at Home konnten die Dozenten und Studierenden ein ambitioniertes Programm verwirklichen.

Das Seminar beschäftigte sich mit regionalen aussenpolitischen Dynamiken in der MENA-Region (Middle East and North Africa) seit den 1990er Jahren anhand der Fallbeispiele Iran, Saudi-Arabien und Türkei. Einleitend wurden grundlegende Konzepte und Kategorien der Internationalen Beziehungen und ihre Anwendung auf den MENA-Raum erarbeitet. Anschliessend wurden gemeinsam die regional- und länderspezifischen Eigenheiten erörtert, die die regionalpolitischen Dynamiken in der MENA-Region massgeblich gestalten. Abschliessend simulierten die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer auf Basis der drei Fallbeispiele (Iran, Saudi-Arabien, Türkei) eine ‚Politikberatung‘, d.h. die Studierenden präsentierten (in drei länderspezifischen Gruppen) vor einem ‚virtuellen‘ Publikum (Diplomaten und Politikern) Handlungsempfehlungen für die Aussenpolitik der Schweiz, Deutschlands oder der EU in der Region.

Das Seminar fand in den Monaten Oktober-Dezember als Blockseminar (Freitag / Samstag) und jeweils alternierend in Basel und Freiburg i. Br. statt. In das Seminar eingebettet waren verschiedene weitere Lehreinheiten eingebettet:

  • Ein Training, das von Dr. David Lanz und Julia Pickhardt, zwei Angehörigen der Schweizerischen Friedensstiftung Swisspeace durchgeführt wurde. In einer Simulation wurde in einem Verhandlungsprozess eine Adjustierung des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) zum iranischen Atomprogramm durchgespielt (10. November).
  • Ein gemeinsamer Besuch des Europäischen Parlaments in Strasbourg, verbunden mit einer Diskussionsrunde gemeinsam mit MdEP Jakob von Weizsäcker (13. Dezember).
  • Vorträge von drei prominenten externen Experten zu den drei untersuchten Staaten:

-        Prof. Dr. Oliver Bast (Sorbonne Nouvelle, Paris): Historical Perspectives of Iranian Foreign Policy (17. November)

-        Dr. Stéphane Lacroix (Sciences Po, Paris): Saudi Arabia: Domestic Transformation and Foreign @olicq rajectories (28. November),

-        Günter Seufert (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin): Kritisches Resümee der türkischen Nahost- und Kurdenpolitik (1. Dezember)

Angesichts des hohen Anforderungsgrads des Seminars, u.a. durch eine Prüfung zu Beginn des Semesters zur Theoriebildung im Feld der Internationalen Beziehung, war die Zahl der teilnehmenden Studentinnen und Studenten eher klein. Die kleinere Kreis von 14 Studierenden machte es jedoch zugleich möglich, sehr intensiv gemeinsam zu arbeiten und zu diskutieren. Die teilnehmenden Studierenden waren ausserordentlich motiviert und höchst konzentriert bei der Sache. Angesichts der Anordnung (Trainingseinheit durch Swisspeace, Simulation von Politikberatung, Vorträge durch externe Experten, Besuch des Europaparlaments) war der Lerneffekt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer (einschliesslich der beiden Dozenten) sehr hoch.

Tim Epkenhans und Maurus Reinkowski unterrichten seit dem Jahr 2013 jedes Herbstsemester ein gemeinsames Seminar zu Fragestellungen des modernen Nahen Ostens. Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen, in diesem Herbst 2017 noch mehr als in den vorangehenden Jahren, werden sie in den nächsten Jahren die Lehrkooperation fortführen.

Wann?

Donnerstag, 7. Dezember 2017 - 11:30